Schaffhauser Nachrichten Dienstag 25. Mai 2004, Region Suche nach Erkenntnissen im Lichte der Glühwürmchen Museum zu Allerheiligen: VERNISSAGE Wenn ein Glühwürmchen leuchtet, hat sein letztes Stündlein geschlagen. VON ALFRED WüGER Gut ein Dutzend Interessierte fanden sich am Sonntagmorgen zur Vernissage der Ausstellung über Glühwürmchen (Leuchtkäfer) im Museum zu Allerheiligen ein. Vielleicht dachten sie ganz einfach wie Kurator Iwan Stössel: «Bei Glühwürmchen denke ich immer an etwas Positives.» Es sind in aller Regel die Weibchen, die «ihr Lämpchen anzünden», wie sich Ingo Rieger vom Verein Glühwürmchen-Projekt in seinem spannenden Kurzvortrag ausdrückte, um Männchen anzulocken. Sie schmecken nicht Über Leuchtkäfer weiss man sehr wenig. Kein Wunder, haben sich einige Biologen im Lichte der Tierchen auf die Suche nach Erkenntnissen gemacht. Eine der Fragen: Warum werden die Weibchen nicht gefressen, wenn sie mit dem Leuchten ihren Standpunkt verraten? Ein englischer Forscher hat eines gekostet, sein Fazit: «They just taste disgusting!» Aber auch Tiere, zum Beispiel Mäuse, finden Leuchtkäfer ungeniessbar. Zwei Arten in Schaffhausen Im Kanton Schaffhausen gibt es zwei Arten von Glühwürmchen: Das Grosse, in der Schweiz am meisten verbreitet, und das Kleine, das gewöhnlich südlich der Alpen vorkommt. Die flugunfähigen Weibchen des Grossen Glühwürmchens sitzen in Bodennähe, die fliegenden Männchen lassen sich aus zwei bis drei Metern auf sie herunterfallen. Beim Kleinen Glühwürmchen leuchten sowohl Männchen wie Weibchen. Geleuchtet wird in der letzten Lebenswoche; die Tierchen fressen nichts mehr, ihre ganze Energie geht ins Licht, ein kaltes Licht, Resultat einer biochemischen Reaktion: Luciferin plus ATP, ein Enzym, das sonst für Muskelkontraktionen zuständig ist. Nach der Paarung sterben Männchen wie Weibchen, die Larve lebt zwei bis drei Jahre und frisst Schnecken, die sie überfällt und vergiftet. Wer Orte kennt, wo viele Leuchtkäfer vorkommen, soll dies bitte beim Glühwürmchen-Projekt, Hallwylstrasse 29, 8004 Zürich, oder im Museum zu Allerheiligen melden. [schliessen]