Leuchtkäfer - verhaltensökologische Untersuchungen an männlichen Leuchtkäfern, Lampyris noctiluca
Man kann Lampyris-Männchen mit einfachen, preiswerten und rasch hergestellten Lebendfangfallen fangen, registrieren und wieder unbeschadet fliegen lassen (Abb.). Man fängt mit diesen Fallen Leuchtkäfer-Männchen an Stellen, die kilometerweit entfernt von den nächsten bekannten Stellen sind, an denen leuchtende Leuchtkäfer-Weibchen gesehen wurden. Diese Befunde lassen vermuten, dass die Verbreitung der Leuchtkäfer, wenn man sie nur anhand von Beobachtungen leuchtender Leuchtkäfer-Weibchen zeichnet, unvollständig bis irreführend ist.
Allerdings sind wir noch weit davon
entfernt, die Raumnutzung des Grossen Glühwürmchens wirklich
zu verstehen. Nach den Beobachtungen und Untersuchungen, die in den letzten
Jahren im Umfeld des Glühwürmchen Projekts gemacht worden sind,
müssen dabei mindestens vier Phasen berücksichtigt werden:
- die Larven und ihre Ansprüche
an ihr Habitat ("Schneckenteppich" in der Landschaft),
- die verpuppungsreifen Larven, die
sich offenbar immer wieder auch bei Tageslicht auf die Wanderschaft zu
einem geeigneten Verpuppungsplatz begeben,
- die leuchtenden Weibchen, die oft
gehäuft gewisse Stellen in der Landschaft besetzen
- und die Männchen, die den Raum
grossflächig nutzen, allerdings sowohl weite offene Flächen wie
auch dicht bewaldete vermeiden.
So darf die Stelle, wo ein Männchen in eine LED-Falle gerät, nicht unbedingt als idealer Platz für Glühwürmchen aller Altersstufen interpretiert, jedoch als Hinweis auf die Anwesenheit von Leuchtkäfern in der Gegend gewertet werden.
Beste Fangzeiten: ein bis zwei Stunden
nach Sonnenuntergang kann man - vorausgesetzt am Fangort halten sich Leuchtkäfer
auf - mit guten Fangerfolgen rechnen.